Smarte Thermostate: So senken Sie Ihre Heizkosten um bis zu 30% - Wohnfaible
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- Smarte Thermostate: So senken Sie Ihre Heizkosten um bis zu 30%

In deutschen Haushalten entfallen rund 70% des Energieverbrauchs auf das Heizen. Mit smarten Thermostaten wie tado° oder Homematic IP können Sie diesen Anteil drastisch reduzieren – um bis zu 30%, wie unabhängige Tests bestätigen. Der Clou: Die Geräte lernen Ihr Verhalten, passen die Temperatur automatisch an Ihre Abwesenheit an und lassen sich per App steuern. Anders als programmierbare Thermostate, die oft falsch eingestellt werden, optimieren smarte Systeme selbstständig. Ein Starterkit für tado° kostet etwa 150 Euro, die Amortisation erfolgt meist innerhalb einer Heizperiode. In Mietwohnungen müssen Sie vor dem Austausch des Thermostats den Vermieter informieren – bei tado° bleibt das alte Thermostat erhalten, es wird nur der Heizkörperregler ausgetauscht. Wichtig: smarte Thermostate funktionieren mit allen gängigen Heizkörpern und Fußbodenheizungen, sofern diese über ein Standardventil (M30x1,5) verfügen.
Die Technik dahinter ist simpel: Ein Motor dreht das Ventil auf oder zu, basierend auf der gemessenen Raumtemperatur und Ihren Einstellungen. Die Geräte kommunizieren per Funk mit einer Bridge, die an Ihren Router angeschlossen wird. Die Einrichtung dauert etwa 30 Minuten pro Thermostat und erfordert kein Spezialwerkzeug. Ein typischer Fehler: zu viele Thermostate in einem Raum – in einem 20 m² Wohnzimmer reicht ein Thermostat am größten Heizkörper. Auch die Position ist entscheidend: Das Thermostat sollte nicht von Möbeln oder Vorhängen verdeckt werden, sonst misst es falsch. Ein guter Platz ist in 1,5 m Höhe an einer Innenwand.

Beide Systeme sind Marktführer, unterscheiden sich aber in Details. tado° punktet mit einfacher Bedienung und einer intuitiven App – ideal für Mieter und Einsteiger. Der Starterkit (Bridge + 1 Thermostat) kostet 149,99 Euro bei OBI, jedes zusätzliche Thermostat 79,99 Euro. tado° bietet eine Geo-Funktion: Sobald das letzte Smartphone das Haus verlässt, schaltet die Heizung auf „Abwesenheit“ (werksseitig 16 °C). Nachteil: Ohne Abo (ca. 4 Euro/Monat) fehlen Funktionen wie Raum-für-Raum-Steuerung oder Fenster-offen-Erkennung. Homematic IP hingegen arbeitet komplett lokal ohne Cloudzwang – wichtig für Datenschutz-Fans. Der Einstieg kostet 129,95 Euro (Zentrale + 1 Thermostat) bei Hornbach, weitere Thermostate 69,95 Euro. Homematic IP bietet eine Fenster-offen-Erkennung serienmäßig: Sinkt die Temperatur abrupt, schließt das Ventil für 30 Minuten. Einbau: Beide Systeme verwenden Adapter für verschiedene Ventilgewinde (Danfoss, Heimeier etc.), die im Lieferumfang enthalten sind. Achtung: Bei alten Ventilen mit Abdeckkappe muss diese entfernt werden – oft ist darunter ein Stift, der sich leichtgängig halten sollte. Ein häufiger Fehler: zu festes Anziehen des Thermostats – das kann das Ventil beschädigen. Fingerfest reicht aus.
Wer mehrere Räume steuern will, sollte auf die Reichweite achten: tado° schafft im Altbau etwa 15 Meter durch zwei Wände, Homematic IP bis zu 30 Meter. Bei größeren Wohnungen hilft ein Funkverstärker (ca. 40 Euro). Beide Systeme lassen sich per Sprachassistent (Alexa, Google) oder Apple HomeKit steuern. Für die Heizungssteuerung im Bad empfehle ich ein Thermostat mit Feuchtesensor – tado° bietet das nicht, Homematic IP schon (Modell „Heizkörperthermostat mit Luftfeuchtesensor“). Preis: 89,95 Euro. Tipp: Kaufen Sie kein Set mit mehr Thermostaten als nötig – starten Sie mit einem Raum und erweitern Sie.
Die Montage ist in 10 Minuten pro Thermostat erledigt. Benötigt wird nur ein Schraubendreher (Kreuzschlitz oder Schlitz, je nach Ventil). Schritt 1: Altes Thermostat abnehmen – dazu die Überwurfmutter gegen den Uhrzeigersinn lösen. Schritt 2: Eventuell vorhandenen Adapter auf das Ventilgewinde schrauben (die meisten neuen Heizkörper haben M30x1,5 – passend für die beigelegten Adapter). Schritt 3: Smarten Thermostat auf den Adapter setzen und die Überwurfmutter handfest anziehen. Schritt 4: Bridge mit dem Router verbinden (LAN-Kabel) und per App einrichten. Schritt 5: Thermostat in die Bridge einlernen – bei tado° QR-Code scannen, bei Homematic IP Knopf drücken. Schritt 6: Heizprofil einstellen – bei tado° schlägt die App ein Profil vor, das Sie anpassen können. Typischer Fehler: Vergessen, den Heizkörper zu entlüften – wenn die Heizung gluckert, steigt der Verbrauch. Auch die Vorlauftemperatur sollte nicht zu hoch sein: Bei einer Gasheizung reichen 50-60 °C, bei Wärmepumpen 35-45 °C, sonst taktet die Heizung unnötig. Ein weiterer Fehler: Thermostate in selten genutzten Räumen auf Frostschutz stellen (5 °C) – das verhindert Schimmel, spart aber kaum Energie. Besser: Räume auf 16 °C halten, wenn sie länger nicht genutzt werden.

Der größte Hebel ist die Absenkung in der Nacht und bei Abwesenheit. Eine Nachtabsenkung von 20 °C auf 17 °C spart etwa 10% Energie. tado° und Homematic IP bieten dafür voreingestellte Profile: „Zuhause“ (20 °C), „Schlafen“ (17 °C), „Abwesend“ (16 °C). Wichtig: Die Temperatur sollte nicht zu stark abgesenkt werden, sonst kühlen die Wände aus und die Heizung braucht morgens mehr Energie zum Aufheizen. Optimal ist eine Absenkung um 3-4 Grad. Für die Fenster-offen-Erkennung: tado° benötigt separate Fensterkontakte (ca. 30 Euro/Stück) oder ein Abo – ohne Abo erkennt das System nur durch starken Temperaturabfall, dass ein Fenster offen ist. Homematic IP hat dies eingebaut, reagiert aber manchmal zu spät. Tipp: Lüften Sie Stoßlüften (5 Minuten), schließen Sie dann die Fenster – die Heizung sollte erst nach dem Lüften wieder aufdrehen, sonst heizen Sie zum Fenster raus. Ein weiterer Spartipp: Nutzen Sie die Zeitsteuerung – in der Küche kann tagsüber 20 °C reichen, abends 22 °C. Im Schlafzimmer sind 17-18 °C ideal. Vergessen Sie nicht, die Heizung in Räumen mit Südfenstern tagsüber herunterzudrehen, wenn die Sonne scheint – smarte Thermostate können das nicht automatisch, aber Sie können manuell eingreifen.
Ein häufiger Fehler ist das Heizen mit „Dauerbetrieb“ – besser ist es, die Heizung nur dann laufen zu lassen, wenn Sie da sind. Smarte Thermostate helfen dabei, indem sie die Temperaturzyklisch anpassen. Kontrollieren Sie nach einer Woche Ihre Verbrauchsdaten: tado° zeigt in der App einen Energiebericht, Homematic IP über das Webinterface. Sie werden sehen, wie viel Sie sparen. Wenn nicht, prüfen Sie die Einstellungen – vielleicht ist die Vorlauftemperatur zu hoch oder die Heizkurve falsch eingestellt. Lassen Sie sich von einem Heizungsfachmann beraten, wenn Sie unsicher sind.
Smarte Thermostate sind eine der effektivsten und günstigsten Maßnahmen, um Energie zu sparen – ohne Komfortverlust. Die Investition von 150-200 Euro für ein Starterkit amortisiert sich in der Regel innerhalb von zwei Jahren. Für Mieter sind sie ideal, da sie beim Auszug einfach wieder demontiert werden können. Achten Sie beim Kauf auf Kompatibilität mit Ihrem Heizsystem und wählen Sie ein System, das zu Ihren Bedürfnissen passt: tado° für einfache Bedienung und Cloud-Features, Homematic IP für lokale Steuerung und Datenschutz. Die Installation ist einfach, die Einsparungen sind messbar. Starten Sie noch heute – Ihre Heizkosten werden es Ihnen danken.