Bodengleiche Dusche nachrüsten: So kalkulieren Sie Kosten, Aufbauhöhe und Risiken Schritt für Schritt - Photofaible
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Eine bodengleiche Dusche scheitert selten am Fliesenformat, sondern fast immer an Aufbauhöhe, Gefälle und Abdichtung. Wer in einem deutschen Altbau oder in einer Mietwohnung umbaut, sollte vor dem ersten Angebot prüfen, ob Ablauf, Estrich und Genehmigung überhaupt passen.
Für eine einfache Nachrüstung in einem Bad mit vorhandenen Anschlüssen sollten Sie mindestens 4.500 EUR einplanen. Das gilt für einen Duschbereich von etwa 90 x 90 cm oder 90 x 120 cm, normale Fliesen und eine Ablaufgarnitur ohne Sonderlösung.
In der Praxis landet ein sauber ausgeführter Umbau im bewohnten Bestand häufiger bei 6.500 EUR bis 8.500 EUR. Der Grund ist nicht nur die Dusche selbst, sondern die Schnittstelle aus Estrich, Sanitär, Abdichtung, Fliesenlegerarbeit und Glasabtrennung.
Teurer wird es, wenn der Abfluss nicht tief genug liegt. Eine Duschrinne kostet allein oft 180 EUR bis 650 EUR, ein hochwertiges Duschelement mit integriertem Gefälle etwa 350 EUR bis 900 EUR. Muss eine Hebeanlage oder Duschpumpe eingesetzt werden, kommen schnell 600 EUR bis 1.500 EUR inklusive Montage und Elektroanschluss hinzu.
Auch kleine Bäder sind nicht automatisch günstiger. In einem 4,5 m² Bad im Altbau ist die Arbeit enger, der Schutz der Wohnung aufwendiger und der Materialverschnitt höher. In einem 8 m² Neubau-Bad kann derselbe Duschbereich trotz größerer Fläche günstiger umzusetzen sein, wenn Estrichaufbau und Abfluss bereits vorbereitet sind.
Die folgende Kalkulation zeigt eine typische Nachrüstung in einer 75 m² Altbauwohnung in Hamburg, Baujahr um 1910, Badgröße 5,2 m². Vorhanden ist eine alte Duschwanne mit 80 x 80 cm, die durch einen bodengleichen Duschbereich mit 90 x 120 cm ersetzt werden soll.
| Position | Menge oder Annahme | Kosten brutto |
| Rückbau alte Duschwanne, Entsorgung, Staubschutz | 1 Bad, bewohnt | 650 EUR |
| Sanitärarbeiten mit Ablaufanpassung | Duschrinne, Siphon, Leitungen | 1.450 EUR |
| Duschboard mit Gefälle und Abdichtung nach DIN 18534 | 90 x 120 cm, W2-I Bereich | 1.250 EUR |
| Fliesen und Verlegung im Duschbereich | ca. 6 m² Wand und Boden | 1.380 EUR |
| Glaswand, Silikonfugen, Endmontage | Festglas 90 cm, Armaturanschluss | 1.220 EUR |
| Summe Beispiel | ohne Pumpe, ohne Komplettbad | 5.950 EUR |

Eine bodengleiche Dusche braucht Gefälle zum Ablauf. Üblich sind etwa 1,5 bis 2 Prozent, also 1,5 bis 2 cm Höhenunterschied pro Meter. Bei 120 cm Duschtiefe sind das rund 2 cm Gefälle, die in den Aufbau eingeplant werden müssen.
Das klingt wenig, ist aber im Altbau oft der Knackpunkt. Alte Holzbalkendecken, dünne Estriche oder hochliegende Abwasserrohre lassen sich nicht beliebig öffnen. Typischer Fehler in deutschen Altbauwohnungen: Die Duschrinne wird ausgesucht, bevor ein Fachbetrieb die tatsächliche Rohrhöhe gemessen hat.
Regenduschen mit hohem Wasserdurchfluss brauchen einen Ablauf, der die Wassermenge sicher schafft. Eine einfache Duschrinne für 180 EUR kann technisch ausreichen, optisch schönere Modelle mit Wandanschluss oder befliesbarer Abdeckung kosten aber eher 350 EUR bis 700 EUR.
Wenn das DN 50 Abflussrohr ungünstig liegt oder nur mit langem Weg erreichbar ist, steigt der Arbeitsaufwand deutlich. Dann sind 4 bis 8 zusätzliche Handwerkerstunden realistisch. Bei Stundensätzen von 60 EUR bis 85 EUR entstehen allein daraus 240 EUR bis 680 EUR Mehrkosten.
Im Duschbereich reicht eine hübsche Fliese nicht als Wasserschutz. Nach DIN 18534 müssen Innenräume je nach Wassereinwirkung korrekt abgedichtet werden. Eine Dusche ohne Wanne wird in der Regel als stark beanspruchter Bereich betrachtet, in dem Verbundabdichtung, Dichtbänder und Manschetten sauber zusammengehören.
Für Abdichtmaterial, Dichtmanschetten, Dichtband und Arbeitszeit sollten Sie grob 350 EUR bis 900 EUR kalkulieren. Sparen an dieser Stelle ist riskant, denn ein Wasserschaden unter Fliesen wird oft erst spät sichtbar. Wenn darunter eine fremde Wohnung liegt, kann der Schaden schnell vierstellig werden.
Mehr zur richtigen Reihenfolge bei Wand, Boden und Sanitär finden Sie im Ratgeber Badezimmer renovieren Reihenfolge.
Ein vorgefertigtes Duschelement mit Gefälle ist für viele Bäder die praktikabelste Lösung. Es kostet meist 350 EUR bis 900 EUR, abhängig von Größe, Ablaufposition und Qualität. Für 90 x 120 cm ist es gut planbar und spart dem Fliesenleger Zeit beim Herstellen des Gefälles.
Der Vorteil liegt in der Systemlogik. Duschboard, Ablauf und Abdichtung sind aufeinander abgestimmt. Erfahrungsgemäß reduzieren solche Systeme Diskussionen zwischen Sanitärbetrieb und Fliesenleger, wenn vorher klar festgelegt wird, wer welche Schnittstelle verantwortet.
Ein individuell hergestellter Gefälleestrich ist sinnvoll, wenn der Grundriss unregelmäßig ist oder eine sehr große Walk-in-Dusche mit 100 x 140 cm geplant wird. Die Materialkosten sind nicht dramatisch, aber die Arbeitszeit steigt. Rechnen Sie gegenüber einem Standard-Duschboard mit 400 EUR bis 1.200 EUR Mehrkosten.
Diese Lösung setzt gute Abstimmung voraus. Der Estrich muss zum Ablauf passen, die Oberfläche muss fliesenfertig sein und die Abdichtung darf an keiner Ecke unterbrochen werden. Bei kleinen Mosaikfliesen funktioniert das Gefälle leichter, große 60 x 60 cm Platten brauchen dagegen eine sehr genaue Planung der Schnittlinien.
Nicht jede ebene Dusche muss vollständig gefliest sein. Eine sehr flache Stahl-Email- oder Mineralguss-Duschwanne mit 2,5 bis 4 cm Rand kann günstiger und sicherer sein, wenn die Aufbauhöhe knapp ist. Gute Modelle kosten etwa 300 EUR bis 900 EUR, Montage und Anschluss kommen dazu.
Der Nachteil ist die sichtbare Kante. Für viele Haushalte ist das aber ein guter Kompromiss zwischen Komfort, Dichtigkeit und Kosten. Wer nicht zwingend DIN 18040-konforme Barrierefreiheit benötigt, kann mit einer flachen Wanne technisch ruhiger fahren.

Bei Eigentum entscheiden Sie nicht völlig frei, wenn tragende Bauteile, Steigleitungen oder Gemeinschaftseigentum betroffen sind. In einer WEG kann ein Eingriff in Fallleitungen oder Deckenaufbau zustimmungspflichtig sein. Bei einer Mietwohnung ist die Lage klarer: Ein bodengleicher Duscheinbau ist eine bauliche Veränderung und braucht die schriftliche Erlaubnis des Vermieters.
Die Abdichtung ist technisch der wichtigste Punkt. DIN 18534 beschreibt, wie Flächen in Innenräumen gegen Wasser abzudichten sind. Der Betrieb sollte im Angebot nicht nur Fliesenarbeiten schreiben, sondern Abdichtung mit Dichtband, Flüssigfolie oder Abdichtbahn, Manschetten und Systemkomponenten konkret benennen.
Wenn Sie eine barrierefreie oder rollstuhlgerechte Dusche planen, reicht bodengleich allein nicht. DIN 18040 betrachtet unter anderem Bewegungsflächen, Zugänglichkeit und Nutzbarkeit. Für ein altersgerechtes Bad sind oft 120 x 120 cm Bewegungsfläche vor der Dusche sinnvoll, für rollstuhlgerechte Lösungen gelten höhere Anforderungen.
Auch Schallschutz spielt eine Rolle. Wassergeräusche, Duschrinne und Rohrbefestigungen können in Mehrfamilienhäusern auffallen. Bitten Sie den Sanitärbetrieb um schallentkoppelte Montage, besonders im Neubau mit erhöhtem Komfortanspruch oder im Altbau mit hellhörigen Decken. Passende Grundlagen finden Sie unter Schallschutz im Bad.
Ein Angebot über bodengleiche Dusche pauschal 6.900 EUR ist zu ungenau. Sie brauchen getrennte Positionen für Rückbau, Sanitär, Estrich oder Duschboard, Abdichtung, Fliesen, Glas, Silikonfugen und Endmontage. Nur so erkennen Sie, ob ein günstiger Preis wirklich vollständig ist.
Häufig sehen wir bei Kunden, dass die Glasabtrennung im ersten Angebot fehlt. Eine einfache Walk-in-Festverglasung mit 80 bis 100 cm Breite kostet inklusive Montage oft 500 EUR bis 1.200 EUR. Sondermaße, schwarze Profile oder beschichtetes Glas können 1.500 EUR und mehr erreichen.
Fragen Sie außerdem nach der Fugenart. Zementäre Fugen sind Standard, Epoxidharzfugen sind widerstandsfähiger, aber teurer und nicht immer nötig. Für einen kleinen Duschbereich können Epoxidharzfugen 150 EUR bis 350 EUR Aufpreis bedeuten.
Ein weiteres Detail ist die Silikonwartungsfuge. Silikon ist keine dauerhafte Abdichtung, sondern eine elastische Fuge, die regelmäßig kontrolliert und nach einigen Jahren erneuert werden muss. Für das spätere Nachziehen einer Dusche sollten Sie 120 EUR bis 250 EUR einkalkulieren.
Wenn parallel neue Badmöbel, Spiegelschrank oder Stauraum geplant sind, lohnt sich eine saubere Maßaufnahme vor dem Fliesen. Ein 60 cm breiter Waschtischunterschrank neben einer 90 cm Glaswand kann sonst plötzlich an Türschwenk, Handtuchheizkörper oder Steckdose scheitern. Dazu passt der Beitrag Bad Stauraum planen.
Wenn der Ablauf bereits tief genug liegt und der Bodenaufbau für eine bodengleiche Dusche vorgesehen ist, kann der Umbau relativ schlank bleiben. Für Duschboard, Abdichtung, Fliesenarbeiten und Glaswand sind 4.500 EUR bis 6.500 EUR realistisch. Das gilt besonders, wenn nur der Duschbereich erneuert wird und Wandfliesen teilweise bleiben dürfen.
Im Altbau sollten Sie 6.000 EUR bis 9.500 EUR einplanen. Rückbau, unklare Untergründe und Rohrführung treiben den Preis. Bei Holzbalkendecken muss zusätzlich geprüft werden, ob Feuchtigkeitsschutz, Lasten und Durchdringungen sauber gelöst werden können.
In der Mietwohnung ist die bodengleiche Dusche nur sinnvoll, wenn der Vermieter zustimmt und die spätere Verantwortung geklärt ist. Manche Vermieter beteiligen sich an den Kosten, wenn das Bad langfristig aufgewertet wird. Verlassen sollten Sie sich darauf nicht: Ohne Vereinbarung tragen Mieter oft den Rückbau oder verlieren einen Teil der Investition beim Auszug.
Für Mieter kann eine flache Duschwanne manchmal der bessere Weg sein. Sie ist weniger invasiv, technisch überschaubarer und kostet oft 3.500 EUR bis 6.500 EUR statt 6.000 EUR bis 9.500 EUR für eine vollständig geflieste Lösung im schwierigen Bestand.
Für einen normalen Duschbereich mit etwa 90 x 120 cm liegen die Kosten im Altbau meist zwischen 6.000 EUR und 9.500 EUR. Wenn der Abfluss tief genug liegt und der Untergrund gut ist, kann es günstiger werden. Bei Pumpe, Sonderglas oder kompletter Neuverfliesung steigt der Preis deutlich.
Je nach System werden häufig 7 bis 12 cm benötigt. Entscheidend sind Ablaufhöhe, Siphon, Rohrgefälle und Duschboard. Eine genaue Aussage ist erst nach Öffnung oder technischer Prüfung des Bestands möglich.
Nur mit schriftlicher Zustimmung des Vermieters. Der Umbau verändert Abdichtung, Bodenaufbau und Sanitärinstallation. Klären Sie auch, wem die Einbauten gehören und ob beim Auszug ein Rückbau verlangt werden kann.
Kleine Formate und Mosaik lassen sich gut ins Gefälle legen. Große Fliesen wie 60 x 60 cm funktionieren, brauchen aber exakte Schnittplanung. Wichtig ist außerdem eine rutschhemmende Oberfläche, besonders bei altersgerechten Bädern.
Eine Duschrinne wirkt modern und passt gut zu großen Fliesen, kostet aber oft mehr und muss exakt eingebaut werden. Ein Punktablauf ist häufig günstiger und technisch robust. Entscheidend sind Ablaufleistung, Reinigbarkeit und die mögliche Rohrführung.
Nicht immer. Wenn die vorhandenen Fliesen fest sind und die Abdichtung im Duschbereich sauber neu aufgebaut werden kann, reicht manchmal eine Teilfläche. Optisch entstehen dabei Übergänge, technisch müssen Anschlüsse und Abdichtung besonders sorgfältig geplant werden.