Rissige Fugen im Bad erneuern: Silikon und Acryl richtig anwenden - Wohnfaible
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Fugen im Badezimmer sind täglich Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen und Reinigungsmitteln ausgesetzt. Nach einigen Jahren bilden sich oft Risse, die nicht nur unschön aussehen, sondern auch ein Einfallstor für Schimmel darstellen. Besonders Silikonfugen an Waschbecken, Badewanne oder Dusche verlieren durch ständige Bewegung ihre Elastizität. Acrylfugen in Wand- oder Bodenbereichen reißen ebenfalls, wenn sie nicht richtig verarbeitet wurden.
Wer die Fugen rechtzeitig erneuert, schützt das Mauerwerk und vermeidet teure Sanierungen. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie alte Fugen entfernen, die richtige Masse auswählen und sauber verarbeiten. Die Materialien bekommen Sie bei OBI, Hornbach oder im Baumarkt um die Ecke – oft für unter 10 Euro.

Für das Bad gibt es zwei Hauptarten von Fugenmassen: Silikon und Acryl. Silikon ist dauerelastisch und wasserabweisend – ideal für Anschlussfugen an Badewanne, Dusche und Waschbecken. Achten Sie auf „Sanitär-Silikon“ mit Schimmelschutz. Acryl dagegen ist überstreichbar, aber nicht so elastisch und weniger wasserbeständig. Es eignet sich für Risse in Wänden oder Decken, die später gestrichen werden sollen.
Im Baumarkt kostet eine Kartusche Sanitär-Silikon (310 ml) etwa 5–8 Euro, Acryl ist mit 3–5 Euro günstiger. Für eine Standard-Badewanne reicht eine Kartusche. Wichtig: Verwenden Sie niemals Acryl in nassbelasteten Bereichen – es quillt auf und wird undicht. Ein typischer Fehler ist, Acryl an der Duschkabine zu nutzen, weil es sich leichter verarbeiten lässt. Das führt später zu Schimmel und erneuten Rissen.
Bevor die neue Fuge kommt, muss die alte komplett raus. Mit einem Fugenentferner-Werkzeug (ca. 5–10 Euro bei OBI) schneiden Sie das Silikon oder Acryl entlang der Kante ein. Dann ziehen Sie es mit einer Zange oder einem Spachtel ab. Hartnäckige Reste entfernen Sie mit einem Multitool oder einem scharfen Messer – aber Vorsicht: Kratzer in der Acrylwanne oder Fliese sind schwer zu reparieren.
Nach dem Entfernen wird die Fläche gründlich gereinigt: Mit einem Reiniger wie „Fliesenreiniger“ oder einfachem Spülmittel Fettreste und Seifenrückstände beseitigen. Danach mit klarem Wasser nachspülen und trocknen lassen. Ein Föhn beschleunigt den Vorgang. Wichtig: Die Fuge muss absolut trocken sein, sonst haftet das neue Silikon nicht. Ein typischer Anfängerfehler ist, zu früh aufzutragen – dann löst sich die Fuge nach wenigen Wochen.

Jetzt kommt die Kartusche zum Einsatz. Schneiden Sie die Spitze schräg ab, sodass die Öffnung etwa der Fugenbreite entspricht (meist 3–5 mm). Setzen Sie die Kartusche in die Presse (ca. 10–15 Euro) und tragen Sie die Masse gleichmäßig auf. Halten Sie die Düse in einem 45-Grad-Winkel und drücken Sie mit konstantem Druck. Arbeiten Sie zügig, denn Silikon beginnt nach wenigen Minuten zu härten.
Nach dem Auftragen wird die Fuge mit einem Fugenglätter oder dem Finger (mit Spülwasser benetzt) abgezogen. Dabei überschüssiges Material entfernen und eine glatte, konkave Form formen. Achten Sie darauf, dass die Fuge überall gut anliegt. Lufteinschlüsse vermeiden Sie, indem Sie die Masse leicht andrücken. Nach dem Glätten die Ränder mit einem feuchten Tuch säubern, bevor die Masse anzieht. Aushärtezeit: Silikon braucht 12–24 Stunden, Acryl ist nach 2–4 Stunden staubtrocken.
Ein weiterer häufiger Fehler: Die Fuge wird nicht nachgeglättet. Das führt zu unebenen Oberflächen, an denen sich Schmutz und Schimmel festsetzen. Investieren Sie in einen guten Fugenglätter (ca. 3 Euro) oder nutzen Sie einen Eiswürfel zum Glätten – das verhindert Kleben und sorgt für ein professionelles Ergebnis.
Fugen im Bad zu erneuern ist eine einfache, aber wirkungsvolle Renovierungsmaßnahme. Mit den richtigen Materialien (Silikon für Nassbereiche, Acryl für Trockenbereiche) und sauberer Vorarbeit halten die neuen Fugen viele Jahre. Die Kosten sind gering – für unter 20 Euro bekommen Sie alles, was Sie brauchen. Nehmen Sie sich Zeit für die Vorbereitung und arbeiten Sie genau, dann vermeiden Sie spätere Schäden. So bleibt Ihr Bad nicht nur schön, sondern auch dicht und schimmelfrei.