Latentwärme im Wohnzimmer: Möbel und Wandpaneele mit Phasenwechsel‑Material als natürliche Klimapuffer
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Hitzewellen, urbaner Wärmestau, steigende Strompreise – wie bleibt die Wohnung angenehm, ohne sofort zur Klimaanlage zu greifen? Eine noch selten genutzte Antwort sind Möbel und Wandpaneele mit Phasenwechsel‑Material (PCM). Sie speichern überschüssige Wärme als Latentenergie und geben sie später kontrolliert wieder ab. Ergebnis: glattere Temperaturkurven, mehr Komfort, weniger Kompressor‑Lärm.
Phasenwechsel‑Material wechselt bei einer definierten Temperatur seinen Aggregatzustand, meist von fest zu flüssig. Dabei absorbiert es Wärme, ohne selbst deutlich wärmer zu werden. Sinkt die Raumtemperatur, verfestigt sich das Material und gibt die gespeicherte Energie wieder ab. Diese Latentwärme‑Speicherung geschieht nahezu lautlos und rein passiv.
Ein gepolstertes Kopfteil beherbergt flache PCM‑Kassetten. Nachmittags nimmt es Solargewinne aus dem Raum auf, nachts stabilisiert es die Temperatur. Besonders angenehm bei Dachschrägen.
Akustikpaneele aus Holzfaser lassen sich rückseitig mit dünnen PCM‑Matten kombinieren. So entsteht eine Dreifachfunktion: Schallabsorption, Wandgestaltung und Wärmepuffer.
Direkt an der Fassade wirkt PCM besonders effizient gegen solare Lastspitzen. In einer Bank unter der Fensterfront lassen sich Kassetten einschieben, wartungsarm und austauschbar.
Flache PCM‑Paneele hinter den Oberschränken puffern abendliche Kochlasten. In Kombination mit leiser Umluftführung steigt die Behaglichkeit, ohne dass alles heiß abstrahlt.
Ein Regal mit hohler Rückwand nimmt PCM‑Einleger auf. Zusammen mit kapillaraktiver Lehmfarbe an der Sichtseite entsteht ein angenehmes Mikroklima an langen Arbeitstagen.
| PCM Typ | Schmelzbereich | Latentwärme | Dichte | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Paraffin | 18–30 °C | 140–220 kJ kg-1 | 0,8–0,9 g cm-3 | Sehr zyklusstabil, gute Kapselbarkeit |
| Salzhydrat | 20–32 °C | 180–300 kJ kg-1 | 1,4–1,7 g cm-3 | Höhere Speicherdichte, teils Neigungs zu Phasentrennung |
| Biobasierte Fettsäuren | 20–28 °C | 120–200 kJ kg-1 | 0,9–1,1 g cm-3 | Nachwachsend, neutraler Geruch |
Bei mikrokapselierten Gipsplatten mit 12,5 mm Stärke sind je nach Beladung typisch 60–140 Wh m-2 Latentkapazität erreichbar. Mehrere Oberflächen im Raum addieren sich.
Tipp: Kein direkter Heizkörperkontakt. Abstand 10 cm zur Heizung bewahren.
| Aspekt | Pro | Contra |
|---|---|---|
| Komfort | Abflachung von Temperaturspitzen | Wirkt nur rund um den Schmelzpunkt |
| Energie | Reduziert Kühllast und Spitzenleistung | Kein Ersatz für Verschattung |
| Akustik | Mit Akustikpaneel kombinierbar | Zusatzgewicht beachten |
| Nachhaltigkeit | Passiv, leise, langlebig | Materialmix erschwert Recycling |
| Kosten | Nachrüstbar in Möbeln | Höher als Standardpaneele |
Ergebnisse hängen stark von Gebäudehülle, Fensterfläche und Nutzerverhalten ab. Kombination mit Verschattung und nächtlicher Abkühlung ist entscheidend.
PCM in Möbeln und Wänden sind ein leiser, fast unsichtbarer Komfort‑Booster. Wähle den passenden Schmelzpunkt, kombiniere mit Verschattung und plane die Nachtkühlung ein. Starte klein: eine Sitzbank oder eine 2–3 m² große Paneelfläche zeigt schnell, ob das Konzept zu deinem Raum passt.
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