Wandfarben richtig mischen und streichen: Tipps vom OBI-Profi - Wohnfaible
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Bevor du zum Pinsel greifst, steht die Farbauswahl an. In OBI, Hornbach oder Bauhaus findest du Farben von Marken wie Alpina, Schöner Wohnen oder Brillux. Für normale Wohnräume eignen sich Dispersionsfarben mit Deckkraftklasse 2 oder 1. Ein Liter Farbe reicht bei einmaligem Streichen für etwa 6–8 Quadratmeter, bei zweimaligem Streichen entsprechend weniger. Für eine 20 m² große Wand mit 2,5 m Höhe (50 m² Fläche) benötigst du bei zwei Anstrichen rund 12–15 Liter. OBI mischt dir jeden Farbton nach RAL- oder NCS-System an – lass dir immer einen Farbfächer geben und prüfe den Ton bei Tageslicht. Der Mischservice kostet in der Regel 3–5 Euro Aufpreis pro Eimer. Tipp: Nimm gleich eine 10-Liter-Dose, das ist günstiger als mehrere kleine.
Falls du selbst mischen willst: Es gibt Abtönfarben von Schöner Wohnen (ca. 4–6 Euro pro 100 ml). Für einen 5-Liter-Eimer weißer Dispersionsfarbe (ca. 20–30 Euro) brauchst du etwa 50–100 ml Abtönfarbe für einen Pastellton. Rühre die Farbe gründlich mit einem Rührstab (Bohrmaschine mit Rührquirl, ca. 10 Euro) für mindestens 3 Minuten. Achte darauf, dass keine Klumpen entstehen. Teste die Farbe auf einem Karton oder einer kleinen Wandfläche – erst nach dem Trocknen zeigt sich der echte Farbton. Fehler: Zu viel Abtönfarbe auf einmal – lieber schrittweise vorgehen. Die Farbe wird beim Trocknen oft etwas heller.

Der Untergrund ist entscheidend für ein gleichmäßiges Ergebnis. Alte Tapeten müssen restlos entfernt werden – am besten mit einem Tapetenablöser (ca. 15 Euro) oder einem Dampfgerät (Miete im Baumarkt ca. 20 Euro/Tag). Danach die Wand mit Spachtelmasse (z.B. Molto, ca. 10 Euro/1 kg) ausbessern: Risse und Löcher mit einer Spachtel füllen, nach dem Trocknen (ca. 4–6 Stunden) mit Schleifpapier (Körnung 120–180) glatt schleifen. Für größere Unebenheiten nimm einen Glätthobel oder eine Schleifmaschine (ca. 30 Euro Miete). Staub unbedingt mit einem Staubsauger und einem feuchten Tuch entfernen.
Danach kommt die Grundierung: Eine Tiefengrund (z.B. von Caparol, ca. 15 Euro/5 Liter) verhindert, dass die Farbe ungleichmäßig einsaugt. Rolle die Grundierung mit einer Lammfellrolle (ca. 8 Euro) auf – ein Anstrich reicht. Trockenzeit: 4–6 Stunden. Bei stark saugenden Untergründen wie Gipskarton oder Putz ist die Grundierung Pflicht, sonst entstehen Flecken. Fehler: Grundierung zu dick auftragen – dann bildet sich eine glänzende Schicht, auf der die Farbe nicht haftet. Im Zweifel lieber dünn und gleichmäßig.
Gute Pinsel und Rollen sind die halbe Miete. Für Kanten und Ecken nimm einen Flachpinsel (z.B. von Purdy, ca. 10 Euro) in 50 mm oder 75 mm Breite. Für die Flächen empfiehlt sich eine Farbrolle mit 18 cm Breite und einem Flor von 10–12 mm für glatte Wände, 15–18 mm für raue Oberflächen. Lammfellrollen (ca. 8–12 Euro) nehmen viel Farbe auf und geben sie gleichmäßig ab. Dazu ein Rollkasten (ca. 5 Euro) aus Kunststoff – nie aus Metall, sonst rostet er. Abdeckband (z.B. Tesa Malerband, ca. 5 Euro/50 m) für saubere Kanten an Fenstern, Türen und Fußleisten. Achte auf die Klebekraft: Für empfindliche Untergründe nimm das sanfte Band.
Vor dem Streichen die Farbe nochmals aufrühren. Gieße Farbe in den Rollkasten, tränke die Rolle und rolle sie auf der schrägen Fläche ab, damit sie gleichmäßig benetzt ist. Überschüssige Farbe abstreifen – nicht tropfen. Fehler: Zu viel Farbe auf der Rolle – dann läuft sie an der Wand herunter. Lieber öfter eintauchen. Pro Wandabschnitt von 1–2 m Breite von oben nach unten arbeiten, dann die nächste Bahn leicht überlappend. Bei langen Trockenpausen zwischen den Bahnen entstehen „Ansätze“ – daher zügig arbeiten und in einem Zug streichen.
Beginne mit den Rändern: Schneide mit dem Pinsel entlang der Decke, der Fußleiste und der Ecken einen ca. 5 cm breiten Streifen vor – das nennt man „Vorschnitt“. Danach die großen Flächen mit der Rolle ausrollen. Arbeite in Bahnen von oben nach unten, jede Bahn überlappt die vorherige um etwa 5 cm. Drücke die Rolle nicht zu fest – sie sollte nur das Eigengewicht haben. Bei großen Wänden im „W“- oder „Muster“-Muster rollen: Zuerst ein „W“ auf die Wand malen, dann die Zwischenräume ausrollen. So verteilst du die Farbe gleichmäßig.
Nach dem ersten Anstrich mindestens 6–8 Stunden trocknen lassen (bei hoher Luftfeuchtigkeit länger). Dann den zweiten Anstrich genauso ausführen. Bei kräftigen Farben (Rot, Blau, Dunkelgrün) sind oft drei Anstriche nötig. Zwischen den Anstrichen leicht anschleifen (Körnung 180) und Staub wischen – das verbessert die Haftung. Fehler: Zu lange Wartezeit zwischen den Anstrichen – dann kann die zweite Schicht nicht richtig verbinden. Auch Zugluft vermeiden, sonst trocknet die Farbe zu schnell und reißt.

Ein häufiger Fehler ist das Streichen bei falschen Temperaturen: Unter 10°C oder über 30°C trocknet die Farbe zu langsam oder zu schnell – ideal sind 18–22°C bei 40–60% Luftfeuchtigkeit. Auch direkte Sonneneinstrahlung auf die frische Farbe führt zu ungleichmäßigem Trocknen und Flecken. Also Fenster abdecken oder nachts streichen. Ein weiterer Klassiker: Farbnasen und Tropfen – die entstehen, wenn die Rolle zu voll ist oder du zu langsam rollst. Schneide Nasen nach dem Trocknen mit einem Cuttermesser ab und überstreiche die Stelle.
Wenn die Farbe nach dem Trocknen streifig aussieht, kann das an zu dünnem Auftrag oder schlechter Qualität liegen. Bessere Farben (z.B. Alpina Feine Farben, ca. 35 Euro/5 Liter) decken oft schon beim ersten Anstrich. Auch die falsche Grundierung kann Schuld sein: Ist der Untergrund zu glatt (z.B. alte Dispersionsfarbe), haftet die neue Schicht nicht. Dann hilft eine Haftgrundierung (z.B. von Caparol, ca. 20 Euro/5 Liter). Und zu guter Letzt: Abdeckband zu früh abziehen – warte, bis die Farbe trocken ist, sonst verschmierst du die Kante. Zieh das Band in einem 45-Grad-Winkel ab.
Wandfarbe richtig mischen und streichen ist mit der richtigen Vorbereitung und Technik gut machbar. Investiere Zeit in den Untergrund, wähle hochwertige Farben und Werkzeuge und arbeite sauber. So sparst du dir teure Nachbesserungen und bekommst ein professionelles Ergebnis. Mit einem Budget von etwa 50–100 Euro für Farbe und Werkzeug (je nach Raumgröße) bist du gut dabei. Und denk dran: Bei Unsicherheit hilft der Fachberater im OBI oder Hornbach gerne weiter – die kennen sich aus.